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Elõzetes - Nyereg és Nyeregtakaró kiállítás

FEST IM SATTEL!
Ausstellung des Völkerkundlichen Museums vom 21. März bis 10. September 2002


Im Rahmen der Ausstellung können die Sättel der Ungarischen und der Internationalen Sektion des Völkerkundlichen Museums besichtigt werden. Neben der volkskundlichen Einordnung der Ausstellungsstücke und der Beschreibung der Sattlerei nach ethnologischen Gesichtspunkten versucht die Sammlung, das einschlägige ungarische Kulturerbe aufzuzeigen - die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Reitkultur im Spiegel eines Objektes des Kunsthandwerkes von herausragender Bedeutung. Auf rund 700 Quadratmetern, gegliedert in 9 Ausstellungsräume wird die gesamte Sattelsammlung des Völkerkundlichen Museums vorgestellt, einschließlich Leihgaben anderer Museen, und sämtlichen Zubehörs der Sattlerei, wie etwa Steigbügel, Zügel, Zaumzeug und Lederbehang. In einer gesonderten "Ausstellung in der Ausstellung" können die Satteldecken besichtigt und studiert werden.


Über den Sattel

So wie fast jeder feste Bestandteil unserer gegenständlichen Kultur, so durchlief auch der Sattel viele verschiedene Stadien, Typen und Formen, je nachdem, wer ihn zu welchem Zweck oder Anlass bestieg. Mit den Jahrhunderten wandelten sich die Lebenswelten und -bedingungen, und parallel dazu entwickelten sich auch unsere allseits bekannten Gegenstände. Der Sattel stellt hier keine Ausnahme dar, obwohl eingeräumt werden muss, dass er zu jenen Kulturgütern gehört, die schon sehr früh ihre optimale funktionelle Form und Struktur erhielten, sodass er im Lauf der Zeit kaum geändert werden musste.

Der ungarische Begriff für Sattel, nyereg ("nerg", "närg") gehört der Sprachwissenschaft zufolge zum sprachlichen Urerbe aus der ugrischen Zeit. Dies wird auch von den wogulischen und osztjakischen Formen bestätigt. Im obi-ugrischen kam es zu einer Lautumstellung in der Konsonantenverbindung im Wortinneren. Die ugrische Grundform mag "närk3" gelautet haben. In der ursprünglichen Bedeutung bezeichnete das Wort vermutlich die dem Tier aufgebürdete Last, die seinem Rücken aufgebundene Decke usw., und sein Ursprung steht wohl im Zusammenhang mit der Pferdehaltung zu ugrischen Zeiten.

Die Pferdehaltung spielte auch im Karpatenbecken eine wichtige Rolle im Leben der Magyaren. Die Bedeutung der Reitkunst im ungarischen Lebensalltag dauert mehr oder weniger bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts an, und kann für sämtliche gesellschaftlichen Schichten und Klassen, wie Hoch- und Kleinadel, Bürgertum, Bauernstand, Land- und Stadtbewohner gleichermaßen gut dokumentiert werden.

Jene Gebrauchsgegenstände, die einen so untrennbaren Teil der Reitkultur darstellen, wie der Sattel, stellen nicht nur das Erbe der höheren Gesellschaftsschichten dar, sondern gehören generell der Volkskultur zu.
Die von den Ungarn benützten Sättel entsprachen hervorragend den verschiedenen Anforderungen der Reitkultur, wie Fernritte, Ritterkämpfe usw. Eine der besten Eigenschaften der hierzulande bekannten Holzsättel ist, dass sie das Pferd schonen. Der Sattel selbst ist leicht, sein Gewicht - auf das Gerippe bezogen - beträgt ganze 1,5 bis 2,5 kg. Wird das Pferd richtig gesattelt, dann reibt er den Rücken des Tieres nicht wund, und behindert es weder im Schritt noch im Galopp. Dem Reiter wiederum sichert der Sattel, neben dem Gefühl der Sattelfestigkeit bei Verwendung des Zügels, die notwendige Beweglichkeit seitwärts und rückwärts, was insbesondere bei berittenen Kampfhandlungen ausschlaggebend war.

Der Satteltyp und dessen Formgebung wird grundsätzlich von seinem strukturellen Aufbau bestimmt, von der Art bzw. vom Fehlen oder Vohandensein des Gerippes, des sogenannten Sattelbaumes.
Das Sattelgerippe wurde ursprünglich aus Holz hergestellt, es gibt aber auch Varianten aus Knochen, oder mit Knochenverzierungen, eventuell auch aus Leder bzw. mit Ergänzungen aus Leder, sowie aus Metall (Eisen oder Stahl). Die Holzsattel - die den überwiegenden Teil der Sammlung des Völkerkundlichen Museums ausmachen - wurden aus vier bis sechst Teilen zusammengestellt (geschnürt, gebunden, gezapft, genagelt, geschraubt). Zwei Teile bilden den Sattelfuß, der auf dem Pferderücken aufliegt. Diese Fußteile oder Polsterhölzer wurden auch Sattelflügel oder Sattelbretter genannt. Die Sattelflügel werden vom Sattelkopf oder Zwiesel (Vorderzwiesel und Hinterzwiesel) aus zwei oder vier Stücken zusammengehalten.
Die einzelnen Teile werden derart aneinandergefügt, dass auf das Rückgrat des Pferdes kein Druck ausgeübt wird. Darum blieb die Mitte des Sattels bzw. des Gerippes im Allgemeinen leer, dies wurde Sattelkammer genannt. Zur Überbrückung der Sattelkammer und zur Ausformung der Sitzfläche wurden mehrere fingerbreite Hinter- bzw. Fahrleder, manchmal auch Leinengurte, um das Gerippe gewickelt.
Obwohl die Sattelflügel, die direkt auf dem Pferderücken aufliegen, zumeist mit Leinen umwickelt wurden, konnte unter dem Sattel auch noch eine sogenannte Schweißdecke zu liegen kommen.

Das Sitzpolster (Sattelkissen) bestand aus verschiedenen Füllmaterialien (z.B. Haar), sowie aus Leinen- und Lederbezug. Der Sitz selber wurde - vor allem bei Ziersatteln - aus edleren Materialien hergestellt, und gegebenenfalls mit einer kunstvoll gestickten sogenannten Schabracke bedeckt. Fallweise wurde diese Ausstattung durch eine Seitendecke ergänzt, zumeist aus Leder.
Der Sattel wurde mit Riemen und Gurten (Brustriemen, Schweifriemen, bzw. Vordergurt/Lastgurt und fallweise Hintergurt) auf dem Pferderücken festgezurrt.
Unabkömmlich für das sichere Reiten sind die unterschiedlich geformten Steigbügel aus verschiedenen Materialien (Holz, Eisen, Bronze), die an Riemen (Steigriemen) vom Sattel herunterhängen.
Einige Sättel wurden beiderseitig mit abwechslungsreich verzierten Behängen versehen. Diese Schalanken wurden zumeist von denselben Sattlermeistern erstellt, die auch die Sättel herstellten. Zu ihrer ästhetischen Verzierung wurden Techniken wie Durchstechen, Flechten, Pressen, Relief, und Auflage verwendet.
Als weitere Bestandteile des Sattels gelten noch Zügel, Zaumzeug (bei Gespannen die Beizügel) und Beißholz.

Geschichte des Sattels und seiner Arten

Die europäischen Sättel können allgemein in zwei Grundarten eingeteilt werden, je nach struktureller Eigenart. In der Umgangssprache werden diese Kategorien östlicher bzw. westlicher Typ genannt. Von beiden Grundarten sind selbstverständlich zahlreiche Variationen bekannt, je nach Gebiet, Stand und Funktion. Reich verziert und individuell ausgeführt wurden in erster Linie die Sättel des Hochadels, der Herrscherhäuser und der Damen.
Die Entwicklungsgeschichte der Sättel wurde in der ungarischen Fachliteratur zuerst von Gyula László untersucht, insbesondere auch hinsichtlich ihrer Funktion im Leben der östlichen Nomadenvölker. Zuletzt fasste Katalin U. Kõhalmi den Stand der Forschung zusammen. In Kenntnis der historischen Daten und sonstigen Quellenmaterials gilt als wahrscheinlich, dass der Sattel irgendwo in Asien "erfunden" wurde, wo er bereits in mehreren Varianten verbreitet war, die im Zuge der Völkerwanderungen nach Europa gelangten. In das Karpatenbecken brachten ihn vermutlich zuerst die Szythen, oder die Hunnen und Awaren.
Rein fachlich gesprochen, wäre es aufgrund des ausgestellten und untersuchten Materials eher angebracht, grundsätzlich zwischen den beiden Grundtypen Zwiesel-Flügel-Sättel und Gabel-Seitenbrett-Strukturen zu unterscheiden. Abgesehen von kleineren Details und Unterschieden, können wir diese beiden Typen folgendermaßen unterscheiden:


Zwiesel-Flügel-Sättel Gabel-Seitenbrett-Sättel
(Östlicher Typ) (Westlicher Typ)
- leichteres Gerippe und Ausstattung - schwereres Gerippe und Ausstattung
- Zwiesel-Flügel-Struktur, d.h. - Gabelstruktur, d.h.
- horizontal, auf Flügelbretter gebaut - senkrecht, auf gabelartigen Zwiesel gesetzt
- relativ niedrig - relativ hoch
- eher flacher Sattelkörper - steilerer Sattelkörper
- sog. Fahr/Hinterleder-Brücke - Brückenstruktur, bzw. "stuhlartig"
- im Allg. breiterer Sitz - schmälerer Sitz
- meist mit Lederriemen geschnürt - geleimt, vernagelt


Unter dem westlichen Typ versteht die Fachliteratur, insbesondere im Hinblick auf das Mittelalter, den sogenannten "Rittersattel". Dessen Ursprung geht auf den "parthischen" Sattel zurück. Der wurde von den Römern übernommen, und diese Strukturform verbreitete sich später in Westeuropa, und gen Osten zurückgekehrt, im ganzen südlichen Eurasien. Die Grundstruktur dieser Sättel wurde in Ungarn von den - später weiterentwickelten - "belastenden" Sätteln übernommen. Zwei gabelartige Zwiesel liegen hier unmittelbar auf dem Pferderücken auf, und die beiden werden beiderseitig von Hölzern zusammengehalten.

Der westliche Satteltyp wurde gegen Ende des Mittelalters durch den Niedergang des Rittertums in den Hintergrund gedrängt. Auch die berittene Kriegskunst änderte sich, wie ganz allgemein die Pferdehaltung und die Reitkunst, die immer mehr den bürgerlichen Bedürfnissen zu entsprechen suchte. Diesen neuen Bedürfnisse entsprach der sogenannte englische Sattel besser. In seinen Varianten breitete er sich deshalb immer weiter in Europa und in der Neuen Welt aus. Charakteristisch für den englischen Sattel (und seine Untertypen) ist die "Verkümmerung" von Zwiesel und Gabel, die bei einigen Arten ganz wegfallen, und gleichzeitig die Sitzoberfläche aus Leder, in die das Gerippe eingearbeitet ist, und der speziell aus dem Ledermaterial herausgebildetete Sattelkörper.


Der ungarische Sattel

Wichtigstes Merkmal des ungarischen Sattels ist, dass er ein ausgeprägter Osttyp ist. Er ist niedrig ausgeformt, seine bogenförmigen Zwiesel werden von Fahrleder zusammengebunden. Die Zwiesel, deren Kopf vorne herausgebildet ist, hinten nur bei einigen Varianten dominiert, werden mit Lederriemen zusammengehalten, und/oder mit Zapfen an die Sattelfüße angefügt, die sich an den Pferderücken schmiegen. Der nach vorne geneigte Vorderzwiesel ragt empor, der Hinterzwiesel neigt sich meist zurück und ist rund ausgeformt, was einer bequemen, aber beweglichen Sitzhaltung entgegenkommt.

Angesichts der Abweichungen zwischen den beiden Grundarten können wir daher feststellen, dass es zwischen den lotrechten, auf einen Gabelzwiesel aufgebauten Sätteln und den waagrechten, auf die Sattelflügel aufgesetzten Sätteln grundlegende Unterschiede gibt. Letzterer liegt nur an zwei Punkten auf dem Pferd auf, und hier kommen auch der Gurt zum Einsatz, währenddem die abgerundeten Sattelflügel das Pferd in keiner Weise in seiner Bewegung beeinträchtigen. Die Sattelflügel ermöglichen auch die Ausbildung des bequemen hinteren Zwiesels, an den man sich anlehnen kann, und die Entfernung zwischen den beiden Zwieseln ist hier größer als bei den Gabelsätteln. In diesem Sattel kann sich der Reiter daher frei bewegen, wenden und hin- und herbeugen, und so eignete er sich etwa für das Bogenschießen nach hinten und für den berittenen Nahkampf. Diese Eigenschaften wurden durch eine entscheidende Neuerung begünstigt, dem Steigbügel. In ihm gewinnt der Reiter sozusagen sicheren Boden, seine Beine können sich abstützen, und er kann im Sattel aufstehen.

Aufgrund des archäologischen Befundes, einschließlich der Rekonstruktionen, der Miniatürabbildungen zeitgenössischer Chroniken und Kodexe, sonstiger künstlerischer Abbildungen, und des eher wortkargen Quellenmaterials zur Sache, sowie aufgrund vergleichender ethnographischer Daten der heimischen Volkskunde können wir uns mit relativer Sicherheit ein Bild über den ungarischen Sattel machen, wie er von den Magyaren zur Zeit der Landnahme verwendet wurde, sich im Laufe des Mittelalters umwandelte, und doch seine Form und Ausbildung bewahrte. Aufgrund des Fundmaterials zeigt die Ausstellung die verschiedenen Konstruktionsvarianten auf.

Im Mittelalter wurde der später "ungarischer Sattel" genannte Typ durch den Siegeszug der gepanzerten Ritterschaft verdrängt, die einen anders aufgebauten Sattel verwendete. Die leichtere berittene Kampftechnik, deren Effektivität sich zur Zeit der Zurückdrängung der türkischen Herrschaft bewährte, verschaffte dem ungarischen Sattel wieder Vorrang.

Sattler und Hersteller von Sätteln

Jene Meister, die Sättel herstellen, wurden Sattler genannt. Auf Ungarisch ist das entsprechende Wort als Standesbezeichnung seit 1359 bekannt, und auch der Begriff Sattelmacher war gebräuchlich, wofür wir ab 1510 Aufzeichnungen kennen… Die Sattlermeister lebten und arbeiteten am Übergang zwischen den bauernständischen Handwerkern und den städtischen Zechen-Handwerken. Einige Dörfer und Märkte entwickelten sich zu Zentren der Sattlerei. In den bedeutenderen Städten organisierte sich der Berufsstand auch in Zechen.

Aus dem Vermächtnis der Zechen wissen wir mit einiger Genauigkeit, in welchen Siedlungen Ungarns Sättel hergestellt wurden. Die Sattler waren in der Regel gleichzeitig auch Riemer, bzw. die Riemer beschäftigten sich auch mit der Herstellung von Sätteln, und sie organisierten sich bereits im 14. und 15. Jahrhundert zu einer Zeche.

Über jene Zechen, die sich rein nur mit Sattelei beschäftigten, verfügen wir über Quellenangaben aus dem 16. Jahrhundert: Schässburg (Segesvár) 1510, Herrmannstadt (Nagyszeben/Sibiu) 1545, Preschau (Eperjes/Prešov) 1589, Kaschau (Kassa-Košice) 1591, Leutschau (Lõcse/Levoèa) 1592, Käsmarkt (Késmárk/Kežmarok) 1614, Ödenburg (Sopron) 1670, Buda 1690, Deutsch-Liptsch (Németlipcse/Partizánska ¼upèa) 1728, Pest 1778, Debrecen 1783, Tiszafüred 1822; die meisten Quellen stammen aus Siebenbürgen, das im Zechenwesen allen voraus war, aus Oberungarn und aus den Zentralregionen.

Der tiszafüreder Sattel und seine Hersteller

Der Sattel von Tiszafüred war eine distinkte und berühmte Variante des ungarischen Sattels. Charakteristisch für diesen Typ, der ursprünglich in Tiszafüred hergestellt wurde und sich später ausbreitete, war die sehr niedrige Stellung und die Ausbildung des vorderen und hinteren Zwieselkopes als sogenannter Zwiesellöffel, der häufig mit Schnitzwerk verziert wurde.
Aufgrund der neuesten Nachforschungen können wir die Sattlerei in Tiszafüred bis in die Mitte des 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Darüber hinaus sind wir auf Vermutungen angewiesen.
Aufgrund des Quellenmaterials gehört die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegründete tiszafüreder Zeche zu den späten Zechen. Aus Tiszafüred stammt gleichzeitig die genaueste Beschreibung der Sattelherstellung in unserem Besitz, und von allen regionalen Zentren der Sattlerei wissen wir am meisten über deren Geschichte in Tiszafüred, einschließlich der dort typischen Holzsattel mit Kunstschnitzerei.

Auf der Einberufungstafel der tiszafüreder Sattlerzeche, die im Besitz des Völkerkundlichen Museums steht, finden sich zwei Jahreszahlen (1822 und 1849). Die ovale hölzerne Tafel ist ebenfalls mit Schnitzerei verziert, welche die Werkzeuge des Handwerkes und einen Sattel aus der Vorderperspektive abbildet. Die Nachricht konnte in einem Seitenfach mit Schiebeverschluss deponiert werden. Auf dem Schieber sind Tulpenmotive zu sehen, auf deren in Spiralform endenden Stiel ist auch das auf den Zwiesellöffeln beliebte Palmettenmotiv vertreten. Die beiden Daten verweisen mit ziemlicher Sicherheit auf das Gründungsjahr sowie auf das Jahr der Erneuerung des Privilegs. Es gab auch einen Zechenstempel, der allerdings samt Privileg und Protokolle verlorengegangen ist. Nach Auflösung der Zeche wurden die Sattler 1876 Mitglieder des zweiten Handwerkerverbandes.
Aus der goldenen Zeit der tiszafüreder Sattler verfügen wir über Quellen, dass füreder Sattler in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auch im Ausland verdingt wurden. Der preußische König Friedrich der Große ließ sich seine Kavallerie ganz nach ungarischen Muster ausstatten und ausbilden, wozu er ungarische Offiziere bemühte, und gleichzeitig etliche Meister aus Tiszafüred anstellte, die in Preußen die Armee-Sattelbestände herstellten.

Ungarische Sättel - Husarensättel

Nach dem Muster des Husarentums verbreitete sich die leichte Kavallerie in ganz Europa, und mit ihr wurde über Jahrhunderte hinweg der ungarische Sattel verbreitet, als unabdingbarer Ausrüstungsgegenstand. Die Husaren sind eine besondere ungarische Gattung von leichter Kavallerie. Aufgrund ihrer Kriegserfolge wurden sie europaweit bekannt, und nach dem Misserfolg des Rákóczi-Befreiungskampfes wurden die Husaren überall gern gesehen und verdingt. Aus diesem Grund breitete sich ab dem frühen 18. Jahrhundert diese typisch ungarische Gattung von Kavallerie auf vierunddreißig Staaten dieser Welt aus.

Wenn wir die Zusammenhänge zwischen dem Husarensattel und dem ungarischen Sattel im Allgemeinen und speziell dem füreder Sattel untersuchen, so merken wir, dass bis zum anbrechenden 19. Jahrhundert im Wesentlichen von einer Sattelart die Rede ist. Ab diesem Zeitpunkt jedoch schlägt der Husarensattel eine eigenständige Entwicklungsrichtung ein. Aufgrund seiner Weiterentwicklung unterscheidet er sich mehr oder weniger vom ungarischen bzw. füreder Sattel, und zwar in mehrerer Hinsicht. Eine wesentliche Entwicklung war, dass ab 1832 der vordere Zwieselkopf weggelassen wurde, der bei Stürzen zahlreiche Verletzungen verursachte. Der hintere wurde zur zweckmäßigen Befestigung des Gepäcks ausgebildet. Andere, 1832 bereits gängige Änderungen waren z.B. der untere (Last-)Gurt, der mit Schnalle versehene obere Gurt, die mit Eisenarmierung verstärkten Zwiesel, und der besondere Zwieselkopf am hinteren Zwiesel. Diese Neuerungen unterschieden den Husarensattel vom alteingesessenen ungarischen Sattel.
Die Husarensattel wurden 1868 neuerdings vereinfacht, und diese Neuerungen entfremdeten die Sättel des Husarentums, der "ungarischten aller Waffengattungen", endgültig vom einstigen zivilen Vorbild aus Holz.

Geplant ist, im Rahmen der Ausstellung dem legendären ungarischen Husarentum ein lebensechtes Andenken zu setzen, nebst zahlreichen zeitgenössischen Abbildungen und Kunstgemälden.

Die Sattelsammlung des Völkerkundlichen Museums

Die größte Anzahl an Sätteln innerhalb der Bestände des Völkerkundlichen Museums (93 Stück) stammt aus der Sammlung für Verkehrswesen der Ungarischen Sektion. Aber auch die afrikanischen, asiatischen und europäischen Sammlungen der Internationalen Sektion enthalten nennenswerte Sattelbestände (35 Stück). Vereinzelt finden sich Sättel, sowie Dokumentationen zu Sätteln auch in anderen Sammlungen, insofern bietet die gesamthafte Darstellung der einschlägigen Bestände gewisse Möglichkeiten für vergleichende Analysen. Die Ausstellung ist nach gesellschaftlichen Kategorien gegliedert, wie ländlicher Bauernstand, Bewohner der Marktflecken, höhere Stände, und vergleichsweise die nicht-ungarischen Bestände anderer Völker, insofern deren Reitkultur durch die Bestände des Völkerkundlichen Museums dargestellt werden kann. In dieser Hinsicht fällt die Sammlung zwar bescheidener aus, aber mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Gegenstände und der vergleichenden Fachliteratur wird eine relativ umfassende Vorstellung der nicht-ungarischen Satteltypen ermöglicht.

Die ausgestellten Sättel aus den Sammlungen des Völkerkundlichen Museums gliedern sich aus technischer Perspektive in folgende Grundtypen:

1./ ohne Sattelbaum, sog. Polstersattel
2./ Sattelgerippe aus Zwiesel, Sattelfuß
3./ gabelartige Seitenbrett-Gerippe
4./ sonstige individuelle Sattelgestelle

Geografisch betrachtet, ist nach Herkunfts/Verwendungsort folgende Streuung vertreten:

- Große Tiefebene, bzw. Tisza-Umland (mit Ortsbezeichnung): 37 Stück, davon: Hajdúböszörmény 8 Stück, Hajdúszoboszló 3 Stück, Botpalád 3 Stück, Túrkeve 3 Stück, Tiszafüred 2 Stück, Tiszabogdány 2 Stück, Komádi 2 Stück, Kecskemét-Bugac 2 Stück, Komitat Hajdú 2 Stück, sonstige Siedlungen (je ein Exemplar) 10 Stück.
- Einzugsbereich der Tiefebene (mit Ortsbezeichnung): 12 Stück, davon: Eger 6 Stück, sonstige Siedlungen (je ein Exemplar) 6 Stück.
- Übriges Ungarn (darunter mehrere, in der Hauptstadt erworbene Exemplare ohne Ortsbezeichnung): 23 Stück.
- Übriges Karpatenbecken (mit Ortsbezeichnung): 20 Stück.

Die Sättel der Ungarischen Sektion des Völkerkundlichen Museums sind hinsichtlich ihres Grundtyps überwiegend der 2. Kategorie (Zwiesel, Sattelfuß, Sattelgerippe) zuzuordnen. Aufgrund gewisser Merkmale können innerhalb der Grundarten weitere Untertypen bzw. viel eher Varianten unterschieden werden. Eine erzwungene Kategorisierung soll vermieden werden, insofern sehen wir nur innerhalb der 2. Grundart eine weitere Typisierung angezeigt, und zwar aufgrund der Unterschiede hinsichtlich der Ausformung der Zwiesel und deren Verbindungen zum Sattelfuß.

In dieser Hinsicht gehören die Exemplare der Sammlungen der Ungarischen Sektion zu folgenden Grundarten und Untertypen:

1. Polstersattel: 5%; 2.1. Ungarischer Sattel (Vorderer und hinterer Zwiesel enden im sog. Zwieselknopf, Verbindung aus Lederriemen und/oder verzapft, sog. Fahrtledersitz): 10%; 2.2. Ostungarischer/Siebenbürger Sattel (Hinterzwiesel ohne Kopf, sog. Rundausformung, verzapfte Verbindung): 11%; 2.3. Tiszafüreder Sattel (Vorder- und Hinterzwiesel endet im charakteristischen sog. Zwiesellöffel, Verbindung aus Lederriemen, sog. Fahrtledersitz): 55%; 3. Lastensättel: 6%; 4. Sonstige Sättel: 13%.

Aus den Sammlungen der Internationalen Sektion des Völkerkundlichen Museums finden sich Exemplare laut folgender Streuung: Afrika-Sammlung (insgesamt 5 Exemplare): Abessinien 1, Afrika 1, Alexandrien 1, Jemen 1, Marokko 1 Stück. Asien-Sammlung (insgesamt 26 Exemplare): Asien 6, Baschkirien 1, Damaskus 1, Indien 1, Kaukasus 6, Kasachstan 1, China 2, Mongolien 1, Tibet 1, Turkestan 6 Stück. Europa-Sammlung (insgesamt 4 Exemplare): Finnland 4 Stück.
Die relativ kleine Sammlung ist in struktureller Hinsicht und im Hinblick auf die Ausstattung dezidiert vielseitig und reichhaltig.

Typologisch fällt die Streuung folgendermaßen aus:
1. Polstersattel: 6%, 2. Zwiesel-Sattelfuß: 77%, 3. Gabelartig-Seitenleiste/brett: 11%, 4. Sonstige und Übergangsformen: 6%.

Die Herstellung des Sattels

Hinsichtlich der Herstellung der ungarischen Sättel steht dem Völkerkundlichen Museum reichhaltiges, sich gegenseitig ergänzendes Quellenmaterial zur Verfügung. Das Wörterbuch von János Frecskay enthält eine allgemeine Einführung in die Arbeitsgänge und den Werkzeugbedarf der Sattelherstellung.
Die Handwerkliche Sammlung des Völkerkundlichen Museums gelangte in den Besitz mehrerer Werkzeuge aus der Werkstatt Mihály Kulis, des letzten der tiszafüreder Meister. Die Sattlerei war überwiegend eine Familientradition, die über mehrere Generationen weitergegeben wurde. Gyula László hat aufgrund der Erinnerungen und der Berufserfahrung des tiszafüreder Meisters eine akribisch ausführliche Beschreibung der Meistergriffe und der Arbeitsgänge für die Herstellung des füreder Holzsattels veröffentlicht.
Wichtige Details zu den Prozessen der Sattelherstellung, den verwendeten Materialien, und den verschiedenen technischen Kunstgriffen und Verfahren werden auch aus Analysen im Rahmen der Restaurierung einzelner Exemplare gewonnen.
Alles in allem erhalten wir ein klares Bild zu den Arbeitsgängen der Herstellung eines ungarischen (tiszafüreder) Sattels. Die Ausstellung verwertet dieses Wissen, indem das Innere einer Sattler- und Riemerwerkstatt rekonstruiert wird.

Die Verzierung der Sättel

Die Sättel wurden vor Aneinanderfügen des Sattelfußes und des Zwiesels verziert. Holzsättel wurden mit Schnitzwerk versehen und mit Punkt-Strich-Motiven, Blumen und sonstigen folkloristischen Motiven bemalt. Selbstverständlich wurden auch schmucklose Gebrauchssattel hergestellt.
Die wichtigsten Werkzeuge zur Verzierung waren das Zackeneisen, das Schnitzmesser, der kleine Bohrling und der Holzhammer. Mit dem Zackeneisen wurden Kreise, Halbkreise und Keilformen verschiedener Größe ins Holz getrieben. Mit Hilfe des Schnitzmessers wurde die Kunstschnitzerei hergestellt. Mit dem kleinen Bohrling wurden verschiedene Muster in die Holzoberfläche geschlagen.

Die am meisten verzierten bzw. betonten Teile des Sattels waren die Zwiesel und die Seiten der Sattelköpfe. Oft wurde nur die Außenseite verziert, aber es gibt mehrere Beispiele dafür, dass auch die Innenseite reich und anspruchsvoll verziert wurde - mitunter reichhaltiger und arbeitsintensiver, als die Außenseite.
Die neuesten ethnografischen Forschungen haben neue Details zur Erstellung der Verzierungen der tiszafüreder Holzsattel an den Tag gebracht, und haben unser Wissen um weitere Zierelemente, Formen und Motive erweitert.

Hinsichtlich der Verzierung verdienen die sogenannten Knochensattel des Völkerkundlichen Museums eine gesonderte Erwähnung. Typologisch gesehen sind diese Exemplare den ungarischen Sätteln zuzuordnen, in ihren strukturellen Eigenschaften und ihrer Form kommen sie im Wesentlichen dem tiszafüreder Typ nahe, doch stellen sie eine besondere, hochstehende Variante des Sattler-Kunsthandwerks dar.

Gebrauch der Sättel

Die Erforschung der Urgeschichte des Ungarntums zeigt, dass die Reitkunst bereits fester Bestandteil der finn-ugrischen Kulturkreises war. Die zahlreichen Funde von Zaumzeug in den Ausgrabungen der Ananyinoer Kultur zeugen weniger von Bejochung als vielmehr von der Nutzung des Pferdes als Reittier.

Die Bestände der Ausstellung machen deutlich, dass je einfacher das Sattelgerippe und die Ausstattung, desto eindeutiger, dass der Sattel für einen alltäglichen Gebrauch bestimmt war, gegebenenfalls speziell für eine bestimmte Tätigkeit, einen bestimmten Zweck. Je anspruchsvoller und reicher ein Sattel verziert ist, und je umfangreicher die Ausstattung, desto wahrscheinlicher ist, dass er repräsentativen und protokollarischen Zwecken diente, bzw. zu Festzeiten verwendet wurde. Die Aussteller sind bemüht, vom Gebrauch des Sattels durch Darstellungen, Fotos, sowie Film- und Videoclips ein lebendiges Bild zu vermitteln, bis hin zum Sportreiten, zum therapeutischen Reiten und zum Reittourismus. Ein Sonderraum ist dem Andenken an die Glanzleistungen des ungarischen Pferdesport gewidmet (Kincsem, Imperial). Eine weitere Einheit ist den heutigen Bemühungen vorbehalten, die Traditionen der Reitkultur am Leben zu erhalten, einschließlich des Tourismuses.
Heutzutage kann beobachtet werden, dass das Interesse an der Geschichte und den Traditionen der Reitkultur wieder im Steigen begriffen ist. Das neue Interesse mag zwar dazu verleiten, zu idealisieren, trotzdem ist zu begrüßen, dass der gute alte ungarische Holzsattel wieder dem Dunkel der Vergangenheit entrissen wird, hat sich dieser doch über Jahrhunderte hinweg bewährt. Wir sind praktisch Zeugen einer Wiederbelebung vergangen gemeinter Traditionen: Sattler studieren die alten Exemplare und erstellen Rekonstruktionen, und es wird sogar an einer Weiterentwicklung des bewährten Holzsattels vom tiszafüreder Typ gearbeitet, der heutigen Anforderungen entsprechen soll. Die Ausstellung versäumt es nicht, auf diese Versuche gewisser Handwerker und Firmen hinzuweisen, das historische Erbe weiterzuvermitteln.

* * *

Bis zu seiner Verdrängung als Gebrauchsgegenstand war der ungarische Sattel im Leben der ländlichen Bevölkerung ein allseits geschätzter Bestandteil des Alltags, und auch ein Zeichen der Repräsentation und der Festfreude. Die Ziersattel avancierten im Kreise der Adelsfamilien mitunter zu wahrhaftigen Familienikonen.
Die Schlussfolgerungen und Feststellungen aus dem reichhaltigen, aber hinsichtlich Zeit und Raum, Menge und Qualität doch gewissen Beschränkungen unterliegenden Bestand sind erzwungenermaßen von beschränkter Gültigkeit. Durch die Veröffentlichung des Ausstellungskataloges möchten wir einerseits dem Interesse nach unseren volkskundlichen Werten entgegenkommen, andererseits soll er zur Fortführung der wissenschaftlichen Diskussion aufgrund der gesicherten Dokumentation anregen. Die Entwicklungsgeschichte der verschiedenen Sattelvarianten kann in groben Zügen als bekannt vorausgesetzt werden, doch sehen wir uns in vielen Details noch unbeantworteten Fragen gegenüber. Wir hoffen, dass auch diese Studie Anhaltspunkte für die weitere Erforschung der noch unklaren Gebiete bietet. Durch das Aufwerfen der unbeantworteten Fragen beabsichtigen wir, zu deren fachlichen und wissenschaftlichen Klärung anzuspornen.

Zum Schluss erinnern wir uns an die Besonderheit des östlichen Satteltypuses, die Ausdruck einer intimen Beziehung und gegenseitigen Wertschätzung zwischen Mensch und Pferd ist, und ein selbstredendes Zeugnis der Bestrebung darstellt, die Harmonie zwischen dem Tier und seinem Halter aufrechtzuerhalten. Sowohl die Baschkiren als auch die Kirgisen waren sehr bestrebt, jedem Aufreiben des Pferderückens zuvorzukommen. Ein kirgisischer Spruch besagt: Attin arkaszin boszkan ijerni, altin hoszti bolszada otka zsak - einen Sattel, der den Rücken deines Pferdes aufreibt, sollst du selbst dann verbrennen, wenn sein Kopf aus Gold wäre.



Néprajzi Múzeum



Vetõmagok ismertetése
1.7. Bíborhere, Trifolium incarnatum, Cow-grass
1.8. Felemáslevelû csenkesz, Festuca arundinacea, Fescue-grass
1.9Réti komócsin, Phleum pratense, Cat's-tail
1.10.1Réti perje, Poa pratensis, Blue-grass
1.10.2. Keskenylevelû réti perje, (Poa angustifolia)
1.11Réticsenkesz, Festuca pratensis, Meadow-fescue
1.12. Szudánifû, Sorghum sudanese, Sudan-grass
1.13. Vöröscsenkesz, Festuca rubra, Fescue-grass
1.14. Vöröshere, Trifolium pratense, big English clover
1.15. Francia perje, Arrhenatherum elatius, Onion-couch
1.16. Magyar rozsnok, Bromus inermis, Hungarian brome-grass
1.17. Sudár rozsnok, Bromus erectus, brome-grass
1.18. Óriás tippan, Agrostis gigantea, agrostis
1.19. Tarackos tippan, Agrostis stolonifera, agrostis
1.20. Szarvaskerep, Lotus corniculatus , bird's-foot trefoil
1.21. Taréjos cincor, Cynosurus cristatus , dog's-tail grass
1.22. Zöld pántlikafû, Phalaris arundinacea , canary-grass
1.23. Taréjos búzafû, (Agropyron pectinatum / cristatum)

Legelõ keverék (egy célszerû változat , amely megvásárolható)
1.1. Angolperje, Lolium perenne, Rye-grass 35%
1.2. Csomós ebír,  Dactylis glomerata, Cocksfoot 7%
1.3. Fehérhere, Trifolium repens, Trifolium 5%
1.4. Lucerna, Medicago sativa, Alfalfa 8%
1.5. Nádképû csenkesz, Festuca arundiancea, Fescue 10%
1.6. Olaszperje, Lolium multiflorum, Rye-grass 35%
összesen 100%







Lovasbolt

Tudomány

Magyar és külföldi linkek, link gyüjtemények a világ lovaséletével kapcsolatban
Magyar Lótenyésztõ és Lovas Szervezetek Szövetsége, Egyesületei és társult tagjai
Tenyészmének kereshetõ adatbázisa, (megye, település, fajta, cím, stb.)
Breyer horse model


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