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Tartalomjegyzék ZUR SOZIALPHILOSOPHIE DES POSTSOZIALISTISCHEN SYSTEMWECHSELS - 09 ZUR SOZIALPHILOSOPHIE DES POSTSOZIALISTISCHEN SYSTEMWECHSELS - 11 Utolsó lap

ZUR SOZIALPHILOSOPHIE DES POSTSOZIALISTISCHEN SYSTEMWECHSELS - 10

Szerző: Kiss Endre




"Stahanovisten" war es schon naemlich direkt unmöglich, dass mehrere Hunderte, wenn nicht eben Tausende von Arbeitern nicht auf die direkteste Weise ein Faktum wahrnehmen, dessen Wahrnehmung unmittelbar zur Entstehung des Phaenomens der kognitiven Dissonanz führt. Einerseits mussten sie zuschauen, wie die "eigene" Spitzenleistung des propagandistisch favorisierten Arbeiters mithilfe von zahlreichen anderen Arbeitern zustande kommt. Waehrend etwa die Sabotage der Kulaken (die in einem Schauprozess thematisiert worden ist) sich doch in einem anderen Winkel des Landes abspielte, diese Ereignisse wurden wie in "karnevalistischen" Gemeinsamkeit gemeinsam inszeniert, so dass die kognitive Dissonanz und ihre Aufarbeitung auf die Weise des reifen Stalinismus in direkter Dissonanz der eigenen Wahrnehmung enstehen sollte. Psychologie und Alltagsbewusstsein löschten sich wieder im Politischen aus.

 

 

 

ANMERKUNGEN:

 

 

 

(1) Es laesst sich vor allem dem umfassenden Ideensystem der II. Internationale in dieser Hinsicht grosse Bedeutung zuschreiben (s. Endre Kiss, "Geschichte und Weltanschauung. Literaturtheorie bei Franz Mehring und in ''Die Neue Zeit''". in: ANNALES UNIVERSITATIS SCIENTIARUM BUDAPESTIENSIS DE ROLANDO EÖTVÖS NOMINATAE. Sectio Philosophica et Sociologica. Tomus XVII. Budapest, 1983. 231 - 249.). - Die Leidenschaft der antipsychologischen Einstellung laesst sich aber auch auf den ganzen "Marxismus" ausdehnen, wie es in Oszkár Jászi tut (A KOMMUNIZMUS KILÁTÁSTALANSÁGA ÉS A SZOCIALIZMUS REFORMÁCIÓJA (Die Ausweglosigkeit des Kommunismus und die Reformation des Soizialismus). Budapest, 1989. 44-45.). In dieser Hinsicht kann der Austromarxismus das einzige nennenswerte Beispiel für eine Ausnahme abgeben, der seine soziologischen Analysen stets mit bewussten psychologischen Momenten ergaenzte. Ein vielsagendes weiteres Dokument dieser Einstellung ist das sowohl wissenssoziologisch wie praxisphilosophisch hervorragende Werk von Georg Lukács, der (unter diesen genannten Aspekten richtig) so über das "Bewusstsein" des Proletariats redet, dass die psychologischen Dimensionen dessen nicht einmal zufaellig erwaehnt werden.

 

(2) Die Vorstellung der "Masse" als eine "Gegen-Gesellschaft" der arrivierten und integrierten "bürgerlichen" Gesellschaft liegt den meisten massenpsychologischen Konzeptionen klar zugrunde, obwohl - und das kann heute vielleicht überraschen - in den massenpsychologischen Konzeptionen der zwanziger und dreissiger Jahre weniger in expliziter Form artikuliert wird. Eine positive Ausnahme in dieser Hinsicht ist die massenpsychologische Taetigkeit von Alfred Adler.

 

(3) Die Tatsache, dass die "Masse" des reifen Stalinismus in ihren konkreten Bestimmungen als direktes und durchaus konkretes "Endziel" der Geschichte erscheint, zeigt die vollstaendige Loslösung des reifen Stalinismus auch noch von der marxistischen Tradition, wo doch die Vorstellungen der alle umfassenden menschlichen Gattung aufrechterhalten worden sind.

 

(4) In einer ihrer Formulierungen sagt Hannah Arendt aus, dass Stalin kein "Wahnsinniger" war, er hatte nur dort wenig Vertrauen, wo er alle Gründe dafür hatte (ELEMENTE UND URSPRÜNGE TOTALER HERRSCHAFT. Band III. Frankfurt am Main - Berlin - Wien, 1958. S. 15.)

 

(5) Diese Identifizierung mit dem sozialen und historischen Gesamtprozess war freilich wieder identisch mit der Identifizierung mit Stalin. Diese Mischung von Stalins "persönlichen" Zügen und von seiner Symbolisation

 

der unpersönlichen Inhalte des Systems ist wieder ein Phaenomen, welches man wieder gründlich aufarbeiten sollte, darüber ganz zu schweigen, dass dieser Zug wieder auch einen markanten Gegensatz zum Führerkult rechter Totalitarismen ausmacht. Milovan Djilas weist darauf hin, dass er geglaubt hatte, der Krieg endet 1942, weil Stalin es sagte, aber wenn sich die Prophetie nicht verwirklichte, hat er die Prophetie vergessen, ohne dass der Prophet selbst an seiner übermenschlichen Macht eingebüsst haette (TALÁLKOZÁSOK SZTÁLINNAL. Budapest, 1989, S. 13. auf deutsch: BEGEGNUNGEN MIT STALIN).

 

(6) Von der Perspektive der Ausradierung der moralischen und psychologischen Sphaeren schaut die Problematik der "weltanschaulichen Wahrheit" doch anders aus. Wie aus dem Massenverhalten, welches die Identifizierung mit dem Ganzen in seinen Mittelpunkt waehlte, schnell NORM wurde, kann an der Gattung der öffentlichen Literaturkritik demonstriert werden, in der das Überschreiten (sei es bei dem Autor, oder bei einem seiner Protagonisten) der Massenstandards gleich für eine politische Sünde gehalten worden war. Jede Abkehr von dieser sich identifizierenden Position wird an dieser Stelle gleich GEFAHR, denn sie kann das Hereindringen der verschiedensten gegnerischen Kraeften Tür und Tor öffnen.

 

(7) Die betreffende Attitüde laesst sich mit dem gleichen Recht sowohl mit früheren linken Grundattitüden wie auch mit anderen spezifischen Stalinschen Arttitüden vergleichen. In beiden Zusammenhaengen wird ihre hervorragende Eignung klar, sich in dem linken Totalitarismus durchzusetzen.

 

(8) In der Presse des Übergangs (MAGYAR NEMZET, am 30 Mai 1990) publizierte man die Geschichte eines von Stalins Sohn verschuldeten Absturzes eines Flugzeuges, wodurch eine ganze sowjetische Eishockeymannschaft ihren Tod fand. Nicht nur die Meisterschaft wurde danach kommentarlos fortgesetzt, sondern auch die Tatsache des Umsturzes wurde in den öffentlichen Medien voll verschwiegen.

 

(9) All dies unterstreicht die Notwendigkeit der Untersuchung der Stalinschen Prozesse unter immer erneuerten Aspekten.

 

(10)DIESER Aspekt wird unter anderen auch bei Jászi summarisch dargestellt (a.a.O. 6.).

 

(11)In seinem 1931 geschriebenen DAS UNBEWUSSTE EUROPA stellt Fedor Vergin DIESEN Lenin ins Zentrum einer möglichen Beschreibung der spezifischen sowjetischen Seele ( vor allem S. 307).

 

(12)Neben Wilhelm Reich hat unter anderen auch André Gide seine Attitüde gegenüber der Sowjetunion aufgrund dieser Motivation geaendert.

 

(13)Die so aufgefasste Beteiligung des Einzelnen an dem historischen (welthistorischen) Prozess weicht grundsaetzlich von den aehnlichen Gebilden der modernen Massengesellschaften ab.

 

(14)Dadurch wird gleichzeitig das Alltagsbewusstsein gleichsam universalisiert, was wieder ein neues und interessantes Problem darstellt.

 

(15)Die praestalinistische sowjetische Seele erscheint bei Vergin die Ausschaltung des Erwerbs- und des die Erotik ersetzenden Instinkts als die seelische Novitaet des Bolschwismus (a.a.O. 300).

 

(16)Boris Polevoj, der von Stalin-Preis gekrönte Schriftsteller besuchte 1952 die Redaktion der ungarischen Parteizeitung SZABAD NÉP. Er fragte junge ungarische Journalisten nach der Existenz eines journalistischen Handbuches auf ungarisch. Auf diese Frage verliess einer den Raum und trat mit der neuesten Nummer der sowjetischen Parteizeitung PRAWDA und sagte: "Hier ist unser Handbuch, ein anderes brauchen wir nicht" (HISTOIRE DES DÉMOCRATIQUES POPULAIRES. L''ere de Staline. Paros, 1952. 401.

 

(17)Es sei zu vermerken, dass diese Überlegung zur Problematik des revolutionaeren Terrors führt.

 

(18)Wolfgang Leonhard beschreibt die Kulakenkinder, die auch nach der Vernichtung ihrer Familie sich problemlos mit dem welthistorischen Prozess als progressivem Ganzen identifizieren wollten und konnten (DIE REVOLUTION ENTLAESST IHRE KINDER. Leipzig, 1990. Band I. 167), ein anderes kaum weniger relevantes und gleichzeitig tragisches Beispiel (a.a.O. I. 47).

 

(19)Auf die Problematik der "kognitiven Dissonanz" haben die Arbeiten von László Garai meine Aufmerksamkeit gelenkt.

 

(20)Die Aufrechterhaltung der kognitiven Dissonanz wurde auch zum Selbstzweck. Das Schlüsselbeispiel ist in unseren Augen der Schriftsteller, der wegen einer exakten Beschreibung eines Spions ins GULAG kam (Julius Hay, GEBOREN 1900. München, 1973. 237.) - Die kognitiv Dissonanz konnte auch in ihr Gegenteil gekehrt werden, NUR Stalin durfte als Objekt des Lobes auftreten (Djilas, a.a.O. 43).

 

(21)Nach einem Vortrag von Ivanov-Smolenskij wurde ein Zettel dem Vortragenden mit der Bitte geschickt, er möge doch sagen, was der Gegenstand der Psychologie sei (Gustav A. Wetter, PHILOSOPHIE UND NATURWISSENSCHAFT IN DER SOWJETUNION. Hamburg, 1958. 107.).

 

(22)In paraphrasierter Form lautet eine These so: Das, was wahr und was falsch ist, entscheiden nicht kognitive Optionen (Herbert Marcuse, SOVIET MARXISM. A Critical Analysis. Middlesex, 1971. (ursprünglich 1958), 78.

 

(23)S. Endre Kiss, "Die Grundprinzipien des modernen Alltagsbewusstseins im Spiegel ihrer Geschichte", in: PRIMA PHILOSOPHIA. Band 5, Heft  3. 1992. S. 279-293.

 

Die sozialpsychologischen Probleme des post-sozialistischen Systemwechsels erscheinen für uns vor allem nicht als ''massenpsychologische'' Probleme von der Art, wie sie in der klassischen Massenpsychologie artikuliert worden sind. Wie wir in unserem prinzipiellen Einleitungskapitel darauf aufmerksam gemacht haben, erwiesen sich solche klassischen massenpsychologischen Phaenomene im Prozess des post-sozialistischen Systemwechsels vor allem als entscheidende Durch- und Umbruchsphaenomene. Von Temesvár bis Moskau nahmen diese Phaenomene ihren entscheidenden Anteil an der Wende. Es war aber schon dann vorauszusehen, dass sie keine permanenten Erscheinungen dieses politischen Prozesses werden.        

 

 

 

Für die Erschliessung der allerrelevantesten psychologischen Komponente der post-sozialistischen Transition scheint uns ein gewisser Begriff des POLITISCHEN UNBEWUSSTEN zu sein. Über ein politisches Unbewusstes laesst sich in allgemeiner Form in jeder Gesellschaft reden. Dieser Begriff des politischen Unbewussten umfasst Inhalte, die im politischen Bewusstsein als Kritik und Alternative einer konkreten politischen Wirklichkeit artikuliert sind. Dies heisst - wiederum in sehr verallgemeinerter Form -, dass nicht jeder Gehalt des politischen Unbewussten unbedingt tatsaechlich ''unbewusst'' sein muss, da auch explizite Inhalte zu den Komplexen des politischen Unbewussten werden können. Das politische Unbewusste gilt als zusammenhaengendes Komplex, welches somit auch ''bewusste'' Momente in sich aufnehmen kann.        

 

 

 

Die tatsaechlich unbewussten Dimensionen des politischen Unbewussten gewinnen eine ganz besondere Bedeutung im Kontext des linken und der rechten totalitaeren Systems. Der Totalitarismus beider Spielarten unterdrückt naemlich jede Kommunikation. Er verhindert also selbst die elementare Artikulation von ''bewussten'' Momenten des politischen Unbewussten. Dies führt dazu, dass in beiden totalitaeren Systemen das politische Unbewusste in grösserem Ausmass ''unbewusst'' bleibt als es in anderen Systemen möglich ist.         Im Rahmen dieses Zusammenhanges (d.h. das unterschiedliche Anteil der bewussten Momente im politischen Unbewussten im Totalitarismus als in anderen sozialen Systemen) müssen wir auch eine weitere grundsaetzliche Unterscheidung machen. Das totalitaristische System, das totalitaristische Bewusstsein hat zweifellos gemeinsame und grundsaetzliche Züge, die für beide uns bekannten grossen Totalitarismen charakteristisch sind. In diesem Sinne teilen wir eine Auffassung über den Totalitarismus, welche etwa von Hannah Arendt verkörpert gewesen war.

 

 

 

Diese ausreichende Legitimitaet der Totalitarismus-Auffassungen kann jedoch nicht vergessen machen, dass der LINKE und der RECHTE Totalitarismus nicht auch zahlreiche und relevante Unterschiede aufweisen würde. Obwohl eine systematische Untersuchung dieser Unterschiede unter dem konkreten Aspekt der post-sozialistischen Transition durchaus notwendig waere, beschraenken wir dabei auf die Analyse der beiden Totalitarismen in Hinsicht auf ihre Beziehung zum politischen Bewusstsein und dementsprechend auch zum politischen Unbewussten.        

 

 

 

Der rechte Totalitarismus nimmt sowohl die Elemente wie auch die Ganzheit des Unbewussten (und so auch jede Spielart des politischen Unbewussten) durchaus ernst, er gibt auf sie schon bei der Konzipierung seiner Artikulationen acht und instrumentalisiert das politische Unbewusste sowohl gegen seine eigenen Feinde wie auch für seine eigenen positiven Zielsetzungen. Der linke Totalitarismus, gemeint sind selbstverstaendlich seine uns bekannten wichtigsten Formationen, schaltet der linke Totalitarismus das Unbewusste (und somit auch das politische Unbewusste) bewusst aus, indem er eine einmalige Identifizierung der Persönlichkeit mit dem Prozess der Entwicklung schafft,  die dann - als Identifizierung mit dem All, mit der Ganzheit, mit der Weltgeschichte sogar, wenn man will - rückwirkend die genuin psychischen, seelischen Funktionen etwa abrasiert. Dieses Verfahren haben wir in anderen Arbeiten in verhaeltnismaessiger Gründlichkeit aufgearbeitet, so dass wir auf dieses nur hinweisen.         

 

 

 

Für die post-sozialistische Sphaere ist selbstverstaendlich die fast noch in die Gegenwart reichende Anwesenheit des linken Totalitarismus von grosser Relevanz. Man darf aber nicht vergessen, dass die psychologischen Überreste auch des rechten Totalitarismus gerade in einer nach- und post-sozialistischen Transition sehr aktuell werden können. Von rein psychologischer Sicht liegt gerade hier die Wurzel der handgreiflichen Gefahr des rechten Totalitarismus, von welcher in der internationalen Öffentlichkeit so oft die Rede ist.        

 

 

 

Der rechte Totalitarismus baut auf einen selektiven Gebrauch eines manipulierten Unbewussten, auf Abbau von Tabus. Er mobilisiert die restriktiven und destruktiven Residuen des Unbewussten für seine politischen Zielsetzungen. In diesem Zusammenhang sind eben nicht so sehr die Konzeptionen der nach den Vereinigten Saaten emigrierten Frankfurter Schule als vielmehr die Sexualenergetik von Wilhelm Reich von wirklicher heuristischer Bedeutung, denn der rechte Totalitarismus gelangte zu seiner Dynamik, indem er die grundsaetzlichen Triebe in falscher Richtung kanalisiert hatte. Es wurde mehrfach gezeigt, dass sich jedes wichtige und konstitutive Merkmal des rechten Totalitarismus problemlos auf dieses Grundphaenomen aufbauen laesst. Gerade durch seine Faehigkeit, ins Unbewusste hinabzudraengen, schafft der rechte Totalitarismus extrem starke, kaum auflösbare und vielleicht noch weniger reflektierbare Fixation an dem Gesamtsystem und zwingt ihn zu einer fehlerlos funktionierenden selektiven Wirklichkeitssicht. Durch sie wird der auf diese Weise Fixierte nur auf Wirklichkeitsmomente aufmerksam, die seine grundsaetzliche Fixation bestaetigen und bemerkt überhaupt keine Phaenomene, die GEGEN diese Fixation sprechen würden.

 

 

 

Diese Tatsache bestaetigt, dass - im Gegensatz beispielsweise zum linken Totalitarismus - das rechte totalitaere System die Individualisation nicht gaenzlich abschafft, sie vielmehr in falscher Richtung kanalisiert.        

 

 

 

Der linke Totalitarismus, wie kurz bereits erwaehnt, fordert und verwirklicht die Identifizierung der Persönlichkeit mit DEM weltgeschichtlichen Prozess selber. Dadurch wird - ungewollt - auch die rechte Pervertierung der Individualisation aufgehoben. Der linke Totalitarismus, der nicht nur der Inhaber und Beaufsichtiger, sondern die klare Fleichwerdung der Wahrheit, d.h. selber DIE Wahrheit selber ist, bietet dem Individuum den einzig möglichen Weg der Identifizierung mit sich. Das Individuum - das einstige Individuum, wie dies aus diesem  Komplex mit Notwendigkeit folgt - hat auch nichts anderes zu tun, als einszuwerden mit diesem Prozess, was jedoch weder einer Individualisation, noch einer Mobilisierung des Unbewussten bedarf. Daraus folgt, dass im Falle eines gelungenen Ausbaus des linken Totalitarismus die Massen nicht nur ihrer bisherigen Individualisierung, sondern auch ihres Unbewussten verlustig werden. Die sozialpsychologische Sicht entspricht auch in diesem Fall sowohl den politologischen, wie auch den soziologischen Erfahrungen. Der reife linke Totalitarismus vernichten die Individualisation sowohl politisch wie soziologisch, keineswegs ''nur'' psychologisch also.        

 

 

 

Das politische Unbewusste jener ungarischen Gesellschaft, die den Prozess des Systemwechsels angetreten hat, erbte also Einstellungen, Attitüden und Inhalte des rechten, aber auch des linken Totalitarismus. Vorlauefig würden wir als umfassende These formulieren, dass sowohl diese wie auch jene Erbschaft im Augenblick des Anfanges in derselben Richtung ausgewirkt hat. Sowohl die Erinnerungen an den rechten wie auch an den linken Totalitarismus motivieren die Inhalte der Psychologie für die Schaffung einer wirklichen und psychologisch erlebbaren Demokratie, da nur eine solche Demokratie es zu Ende bringen kann, dass weder die verdraengten Inhalte des einmal falsch kanalisierten Triebe noch die Realitaet der ihrer psychologischen Funktionen entledigten Persönlichkeit des linken Totalitarismus wirklich zurückkommen können. In diesem Sinne laesst sich vollkommen klar aussagen, dass eine wirkliche und klassische Demokratie unter anderen auch eine ''psychologische Notwendigkeit'' für die ungarische Gesellschaft war.        

 

 

 

Auch auf die Sozialpsychologie bezieht sich, dass ein Phaenomen ''Systemwechsel'' für jede Wissenschaft und Theorie über die Gesellschaft eine einmalige und sich nur selten darbietende Gelegenheit bietet, DIE Bewegung von sozialen Verhaeltnissen in globalem Ausmass zu studieren. Die Naehe zum Gegenstand, der Mangel an methodischen und praktischen Risiken sind alle Faktoren, die der ''Normalwissenschaft'' kaum zur Verfügung stehen können

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5. DER DISKURS ÜBER DIE POSTSOZIALISTISCHE SOZIALSTRUKTUR 

 

 

 

Zur Ausgangssituation gehörte die Tatsache, dass weder die Wissenschaft, noch die öffentliche Meinung im realen Sozialismus von den wirklichen Verhaeltnissen der einzelnen Schichten, insbesondere aber von ihren Relationen zueinander kaum klare Informationen haben konnte. Und es war alles andere als ein Zufall, denn der soziale Frieden der spaeten Kádár-Zeit ruhte in grossem Masse auf dem Bewusstsein der einzelnen Schichten, dass die anderen nicht wesentlich bessere existentielle Bedingungen haben als sie. Wegen der unklaren Dimensionen der wirklichen Verhaeltnisse der einzelnen Schichten zueinander, aber auch wegen der TATSAECHLICHEN Komplexitaet der einzelnen sozialen Tatbestaende (physische Arbeit mit Diplom, Reichtum aus der zweiten Wirtschaft, neue Unternehmerschicht aus Intellektuellen, die keine entsprechende soziale Stellung mehr haben konnten, usw.) machten wir eine Bestandsausnahme von den einzelnen SOZIOKULTURELLEN Gruppen im Anfang des Systemwechsels.

 

 

 

Die 1989 prophezeite ANOMIE der post-sozialistischen Gesellschaften erwies sich als eine sich bewahrheitende Vorhersage. Die soziokulturelle Gruppe der (gross)industriellen Arbeiter erwies sich, wie erwartet, als eine existentielle Verliererin des Überganges. Nur einem kleinen Teil (und der jüngeren Generation) gelang es, sich in der unternehmerischen Sphaere zu etablieren. Das Ausbleiben der positiven wirtschaftlichen Ergebnisse und der politische Desaster der neuen politischen Klasse trugen auch noch dazu bei, dass diese Opfer von dieser Gruppe sich als zufaellig und sinnlos entlarvt haben. Sehr aehnlich steht es mit dem genossenschaftlichen Bauerntum. Die sogenannte frühere christliche Mittelschicht bildete nicht nur die erste demokratische Regierung Ungarns, es waren auch ihre Ideen und psychologischen Einstellungen, die den Kern dieser Politik ausgemacht haben. Es war also keine Klassenherrschaft, es war eine ausgepraegte ''soziokulturelle'' Herrschaft. Die neue, modernisierungsfreudige Mittelklasse schuf sich die beiden liberalen Parteien, nachdem die Eliten der ersten Stunde sich diese Schicht entdeckt haben. Die ehemaligen Reformgruppen der früheren kommunistischen Partei blieben soziokulturell auch relativ geschlossen. Einerseits bildeten sie in der 1994 aus den Wahlen siegreich hervorgegangene MSZP, andererseits suchten sie sich in der Wirtschaft leitende und leistende Positionen. Eine aehnliche relative Intaktheit laesst sich über die ehemalige linke Sphaere des früheren Systems aussagen. Die soziokulturelle Untersuchung ergibt, dass es den sozial und geistig staerkeren soziokulturellen Gruppen mehr oder weniger restlos gelungen ist, in Intaktheit die den eigenen soziokulturellen Gruppen entsprechenden politischen Organisationen, vor allem Parteien, zu gründen. Dasselbe laesst sich jedoch von den sozial schwaecheren soziokulturellen Gruppen nicht sagen, sie konnten sich unter den neuen Umstaenden nicht wieder organisieren und lassen sich im Augenblick soziokulturell eigentlich auch nicht kategorisieren.

 

 

 

 

 

Where the Hungarian society is heading for, or it is a jungle without laws?

 

 

 

In the 1970-1980s an ANOMY in Emile Durkheim''s sense causing the collapse of norms became predominant within the Hungarian society.

 

 

 

The social-cultural map of Hungary is determined by four decisive factors. Of these two are of universal validity that actively influenced not only the European society but that of the whole world, one of the factors was partially general, and one characterized exclusively the Hungarian society.

 

The FIRST moment is the modernization that, regardless the lack of the simultaneity and the differences due to the internal division of this









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