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ZUR SOZIALPHILOSOPHIE DES POSTSOZIALISTISCHEN SYSTEMWECHSELS - 21

Szerző: Kiss Endre




Aktionismus, der als eine neue modernistische Gestalt dieser Richtung kategorisiert werden  kann. Es geht im wesentlichen um eine konkrete Form des anarchoiden Aktionismus, die sich romantisch-autopoietische Inhalte zu eigen macht.

 

Die DRITTE relevante Gruppe des neuen, post-sozialistischen romantisch-autopoietischen Nationalismus ist mit dem Ende des realen Sozialismus wie untrennbar verwachsen. Diese Richtung, in ihrer Ideologie wie auch in ihrer politischen Praxis tritt auf, als die einzig wahre ehemalige und gegenwaertige Gegnerin des Systems des real existierenden Sozialismus, die ja nach dem Ausgang dieses Systems deshalb die einzig legitime neue politische Richtung ist.

 

Diese erstaunliche Bewahrheitung unserer Typologie des Nationalismus des neunzehnten Jahrhunderts gilt für uns als eine ernstzunehmende Bewahrheitung der Typologie überhaupt. Nichtsdestoweniger wollen wir keinesfalls die These unterstützen, nach welcher das führende und diskursleitende Ereignis in dem post-sozialistischen Raum ein wie immer auch gearteter neuer Nationalismus gewesen waere. Dagegen spricht generell das bisherige Schicksal gerade der neuen Versionen des etatistisch-defensiven und des romantisch-autopoietischen Nationalismus.

 

 

 

ANMERKUNGEN:

 

 

 

(1)  S. beispielsweise:"Notizen zum postsozialistischen Nationalismus", in: GESCHICHTE UND GEGENWART, 12. Jahrgang, Maerz 1993, 43-52.), "Liberalizmus, decizionizmus, történelmi gyakorlat. Széchenyi István a modern nemzettéválásról", in: VALÓSÁG, 1994-4, S. 71-80, sowie "Anmerkungen zu Fichtes Begriff der Nation", in. ARCHIV FÜR GESCHICHTE DER PHILOSOPHIE, Bd. 77. 1995. S. 189-196.

 

(2) Bei der Auseinandersetzung mit dem struktur-modernisierenden Typus berühren wir die hier erscheinende wichtige Frage von geschichtstheoretischer Relevanz, wonach in der politischen Exekutive die "kurze" Sicht stets die Oberhand über der "langen Sicht" gewinnt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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THEORETISCHE ZUSAMMENFASSUNG

 

 

 

1. Das Phaenomen des post-sozialistischen Systemwechsels ist beispiel- und praezedenzlos in der Geschichte. Es gab noch keine Beispiele für einen friedlichen Übergang von einem System des realen Sozialismus in ein System der freien Markwirtschaft mit funktionierender Demokratie.

 

 

 

2. Unser Interesse war ein doppeltes. Einerseits richtete es sich aufgrund einer in der Dissertation thematisch nicht explizierten Rekonstruktion dieses einmaligen historischen Prozesses selber. Andererseits aber rekonstruierten wir theoretisch aufgearbeitete Phaenomene auch, um sie mit aehnlichen Phaenomenen aus ANDEREN Prozessen zu vergleichen. Wir betrachteten also diese einmalige Situation als die eines historischen Prozesses, deren charakteristische Erscheinungen von der Demokratie-Theorie bis zur Massenpsychologie neue Elemente in die Theoriebildung bringen können.

 

 

 

3. Es braucht nicht eigens nachgewiesen zu werden, dass so ein Prozess nur gedacht werden kann, wenn er an chaotischen Momenten der Komplexitaet extrem reich ist. Eine blosse Auflistung der voneinander gegenseitig abhaengigen Subsysteme würde schon allein eine unendliche Reihe abgeben.

 

 

 

4. Dieser spezifische Prozess veereinte von Anfang an qualifiziert spontane und ebenso qualifiziert gelenkte, bzw. dirigierte Prozesse.

 

 

 

5. Es schien von Anfang an klar zu sein, dass die bewusst gelenkten Prozesse der postsozialistischen Transition nur dann eine wirkliche Chance zum Erfolg haben, wenn sowohl die aeusseren wie auch die inneren Lenkungsprozesse diese unglaubliche Komplexitaet adaequat dirigieren können.

 

 

 

6. Unter optimalen aeusseren Einwirkungen verstehen (und verstanden) wir eine konsequent durchdachtes Rahmenprogramm, einen naeher nicht bestimmten Marshall-Plan, und zwar nicht vor allem wegen der darin sich konkretisierenden wirtschaftlichen Hilfe, sondern wegen seiner Faehigkeit, die politischen Aktionen der neuen demokratischen politischen Klasse und der neuen demokratischen Gesellschaften RATIONAL zu orientieren. Ohne ein solides Rahmenprogramm wird die post-sozialistische Politik in die irrationale Aktivitaet geradezu hineingetrieben.

 

 

 

7. Unter optimalen inneren Strategien verstehen (und verstanden) wir eine extreme Konsensfaehigkeit der Gesamtheit der neuen Politik. Einerseits deshalb, weil eine nennenswerte Konsensfaehigkeit der organischer Bestandteil jeder Demokratie ist. Andererseits deshalb, weil eine Vielzahl neuer politischer Kraefte in Entstehung begriffen war. Und letztlich deshalb, weil die vor der Gesellschaft stehenden gemeinsamen Aufgaben und Sorgen ebenfalls ein extremes Niveau erreicht haben.

 

 

 

8. Ein schöpferisches Modell haette einzig aus der offenen und herrschaftsfreien Zusammenarbeit der aeusseren und inneren Faktoren entstehen können.

 

 

 

9. Die Euphorie der Jahre 1989 und 1990 entwarf eine Realitaet, dass diese optimale Zusammenarbeit tatsaechlich möglich ist. Beide Seiten waren überzeugt, dass das ANDERE Partner so einer Zusammenarbeit tatsaechlich faehig ist. Dieser allgemeine Enthusiasmus erfüllte den politischen Raum. Die ersten Problematisierungen des neuen Marshall-Planes waren von verantwortlichen Faktoren ausgelacht, andererseits verdraengte der allgemeine Enthusiasmus die sorgfaeltige Vorbereitung dieser Kooperation, die Optimalisierung der aeusseren und inneren Interventionen.

 

 

 

10.Das optimale Modell des post-sozialistischen Transition hat sich nicht artikuliert. Es kann aber von einem ''schlechten'' oder ''inadaequaten'' Modell auch nicht gesprochen werden. Der Zustand der ''Modellosigkeit'' herrscht vor.

 

 

 

11.Die Modellosigkeit zwingt die neuen politischen Klassen zu politischen Improvisationen. Die Modellosigkeit artikuliert sich getragen von einem Ereignisstrom, welcher spontan-autopoietisch keine Chance hat, von allein ein Modell zu konstituieren.

 

 

 

12.Durch die Modellosigkeit entsteht für diese Region ein teuflischer Zirkel. Sie wirft produktive und progressive Interventionen von sich, produktive und progressive Interventionen werden verunsichert und hören auf.

 

 

 

13.Die Modellosigkeit schafft auch eine dem früheren System aehnliche kollektive Verantwortungslosigkeit.

 

 

 

14.Die Modellosigkeit erscheint für jeden politischen oder wirtschaftlichen Akteur als eine von ihm unabhaengige Macht, die seine Aktionen einschraenkt und über der er aus eigener Kraft nicht Herr werden kann.

 

 

 

15.Die Modellosigkeit vereitelt jegliche Lösung des aktuell schwierigsten Problems der Region, jenes der Staatsverschuldung.

 

 

 

16.Waehrend die Staatsverschuldung, wenn auch ungewollt, eine gewaltige Rolle im Untergang des real existierenden Sozialismus gespielt hat, verhindert sie jenen Grad der ''normalen'' Prozesse in dieser Region, der spontan bezeichnet werden kann.

 

 

 

17.Die Realitaet der Staatsverschuldung relativiert den ausser dem formal politischen einzigen wesentlichen sozialen Vorteil des Systemwechsels, jene spezifische BEFREIUNG sowohl des Einzelnen wie auch der ganzen Gesellschaft. Diese Befreiung (im Sinne ''alles kommt langsam an seinen richtigen Platz'') der Energien, die ein unerlaesslicher Bestandteil des Überganges werden sollte, wird durch die wirtschaftlichen und sozialen Zwaenge der Verschuldung aus ihren Bahnen geworfen.

 

 

 

18.Das von Anfang an gewaltige (im systemtheoretischen und nicht im politischen Sinne verstandenen) Chaos wird durch die reflexive Dualitaet von Staatsverschuldung und Modellosigkeit ins Extreme gesteigert.

 

 

 

19.Wir interpretieren die kettenweise eintretenden Siege der sogenannten Nachfolgeparteien aus unserer spezifischen theoretischen Sicht als Reaktionen der betreffenden Gesellschaften auf den Zustand der Modellosigkeit, von denen man auch noch eine Koexistenz mit der Staatsverschuldung hofft.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IV. MODELLOSIGKEIT DES POSTSOZIALISTISCHEN ÜBERGANGES IM KONTEXT DER NEUEN GLOBALISATION

 

 

 

 

 

Über die beiden gleichzeitigen Projekte der post-sozialistischen Welt

 

 

 

Staaten und Nationen der ehemaligen sozialistischen Sphaere stehen gegenwaertig vor zwei, gleichzeitig gewiss nicht lösbaren Problemen. Einerseits müssen sie - ihren eigenen Erwartungen, aber auch den Erwartungen der ungeteilten internationalen Öffentlichkeit gemaess - nach dem langen historischen Zeitalter des real existierenden Sozialismus im nationalstaatlichen Rahmen, aber auch ''übernational'' eine funktionierende Demokratie aufbauen. Andererseits müssen sie rasche und effektive Vorbereitungen treffen, den gerade in den letzten beiden Jahrzehnten sich kritisch vertiefende Kluft zwischen dem Westen und dem Osten zu überbrücken und zumindest manche, zukunftstraechtige Schritte in dieser Richtung zu tun. In dieser Notwendigkeit, eine gewaltige Kluft zu überbrücken, spielen nicht nur gewöhnliche Motive eine Rolle, in ihr kommen saemtliche Wirkungen des kritischen Verschuldetseins zur Geltung (1). Mit dem Hinweis auf das Verschuldetsein unter den zahlreichen ebenso neuen Motiven der Situation kann es ebenfalls sichtbar werden, wie einmalig und historisch neu die Gesamtproblematik in der Tat ist und was für neue und zum Teil aus dem Grunde unkonventionelle Lösungen diese Situation in grosser Zahl verlangen würde.

 

 

 

Kein Wunder, dass im Zuge der Wahrnehmung dieser beiden, gleichzeitig zu verwirklichenden Projekte die post-sozialistische Intelligenz nach einem neuen Marshall-Plan ruft. Sie muss es tun, auch wenn sie sich klar dessen bewusst ist, dass die Finanzierung jedes möglichen neuen Marshall-Planes nicht nur auesserst schwierig im allgemeinen waere, sondern auch die westliche politische Klasse und die westliche Gesellschaft (der westliche ''Mensch'' - in einer etwas feierlich verallgemeinerter Form) ihre Zustimmung zu einem neuen Marshall-Plan unter den gegenwaertigen Umstaenden in absehbarer Zeit nicht geben würde (2).

 

        

 

Der post-sozialistische Intellektuelle muss aber auch deshalb an einen möglichen neuen Marshall-Plan erinnern, denn dieser bedeutet nicht nur eine finanzielle Hilfe, sie bedeutet vor allem ein System von Rahmenbedingungen, mit anderen Worten, die Möglichkeit einer funktionierenden Logistik, mit deren Hilfe die Kommunikation organisiert, die einzelnen Schritte funktionalisiert, d.h. die Bedingungen einer west-östlichen Koexistenz überhaupt ermöglicht werden können.

 

        

 

Es liegt also auf der Hand, dass diese beiden Projekte, die vor der post-sozialistischen Region stehen, gleichzeitig nicht gelöst werden können. Wir betrachten diese Feststellung als eine rein beschreibende, ohne die Situation dramatisieren zu wollen.

 

 

 

Die These von der Gleichzeitigkeit dieser beiden Projekte ist demnach für unseren Gedankengang nicht deshalb wichtig, weil wir die Unlösbarkeit dieser gleichzeitig sich artikulierenden beiden Projekte betonen möchten. Sie ist uns von der grössten Wichtigkeit, weil sie den realen Kontext abgibt, in welchem die einzelnen ablaufenden Prozesse sich mit Notwendigkeit deformieren müssen. Die Tatsache dieser Gleichzeitigkeit ist wie eine Prisma, die jede grosse Herausforderung (die des Aufbaus der Demokratie und des modernisierend-nachholenden Sprunges) in einen ihm im ursprünglichen Sinne fremden Kontext stellt, in dem seine ursprünglichen Inhalte mit Notwendigkeit (nicht selten im kritischen Ausmass) deformiert werden müssen.

 

        

 

Schon die Einrichtung der post-sozialistischen Demokratie im ganzen erfaehrt im Umfeld dieser beiden unlösbaren Projekte eine charakteristische Brechung. Denn diese Demokratie ist nicht nur klarer Selbstzweck, wie sie es haette unter anderen Umstaenden sein müssen, sie hat vielmehr die konkrete Funktion, die von dem real existierenden Sozialismus hinterlassene Gesamtsituation zu sanieren. Nun liegt es









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